Prof.´in Dr. Elke Hemminger
Die Brückenbauerin

Die Brückenbauerin Elke Hemminger. Bild: Jonas Weiler

Eine Brücke wollte Professorin Elke Hemminger mit ihrem Vortrag „Ent-Grenzte Kommunikation – Von Freiheit, Ohnmacht und der Sehnsucht nach Unverfügbarkeit“ bauen. Die Brücke, die sie auf ihren Vortragsfolien zeigte, sollte die Interdisziplinarität symbolisieren. Kommunikation sei ein Aushandlungsprozess von Bedeutung und daher sei die soziologische Perspektive für den Umgang mit digitalen Medien wichtig. „So lange wir so tun, als ob die Sozialwissenschaften nichts mit Technik zu tun haben und die MINT-Disziplinen nichts mit ethischen und sozialen Fragestellungen, überlassen wir die digitale Kommunikation den Verschwörungsmystikern, Trollen und Hatern“, sagte sie. Hemminger ist Professorin für Soziologie an der EvH Bochum. Sie lehrt und forscht u. A. zu Technik- und Mediensoziologie, Digitalisierung und Mediatisierung.

                                                                               // von Chefredaktion

 

Franziska Poszler M.Sc
Die Ethikerin

Die Ethikerin Franziska Poszler. Bild: Claudio Steffes-Tun

Franziska Pozlers Mission ist es, ethische Fragestellungen bei der Programmierung von neuen Technologien zu klären und umzusetzen sowie darauf aufmerksam zu machen und den Gesetzgebern Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Die junge Wirtschaftsethikerin erläutert den Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg anschaulich die Risiken und Chancen von Algorithmen am Beispiel von autonomen Fahrzeugen aus ethischer Perspektive.

Poszler studierte an der Uni München zunächst BWL. Darüber hinaus besuchte sie ein Semester die Columbia University in New York und schloss ihren Master of Science in Human Resources and Organization in London ab. Aktuell forscht und promoviert sie am Lehrstuhl für Strategie und           
                                                                               Organisation an der TU München zu ethischen Aspekten bei
                                                                               künstlicher Intelligenz. // von Sebastian Müller

 

Dr. Thomas Walter Tromm
Der Kernkraft-Experte

Der Kernkraftexperte Thomas Walter Tromm. Bild: Sophie Pfeffer

Bei Fragen zur Kernkraft bleibt Dr. Thomas Walter Tromm keine Antwort schuldig. Es scheint, dass ihm weltweit jeder Reaktor bekannt ist. Technologische Details und Neuentwicklungen erklärt er verständlich und ordnet sie ein. Kein Wunder, dass Tromm, Vorsitzender des Kompetenzverbands Kerntechnik, kommissarischer Leiter des Instituts für Kern- und Energietechnik und Programmsprecher für „Nukleare Entsorgung und Sicherheit“ am Karlsruhe Institut für Technik KIT, in internationalen Expertengremien zur Sicherheit von Kernreaktoren mitarbeitet. Der Ausstieg aus der Kernkraftnutzung in Deutschland wird die Gesellschaft noch beschäftigen, sagt Tromm, denn die Klima-Ziele der Europäischen Kommission können ohne Kernenergie nicht erreicht werden. // von Chefredaktion

 

Prof. Dr. Michael Lauster
„Zukunft lässt sich gestalten“

„Zukunft lässt sich gestalten” Michael Lauster. Bild: Joris Hampel

Prof. Dr. Michael Lauster sprach in seinem Vortrag in der Ringvorlesung über natürliche und menschengemachte Katastrophen. Dennoch ließ der Zukunftsforscher keinen Raum für Resignation, denn „Zukunft lässt sich gestalten“. Wichtig sei es, die Gefahren und Risiken von Technologien zu bewerten und das könne Sicherheitsforschung leisten. Lauster ist überzeugt, dass es schon heute gute Technik für den Bevölkerungsschutz gebe, allerdings müsse sie im Ernstfall auch einsatzfähig sein.

Michael Lauster ist der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT in Euskirchen und Sprecher der Fraunhofer-Allianz Space. Zudem ist er Lehrstuhlinhaber für Technologieanalyse und -vorausschau an der Fakultät für Maschinenwesen
                                                                                der RWTH Aachen. // von Chefredaktion

 

Prof. Dr. Dieter Sturma
Der Philosoph

Der Philosoph Dieter Sturma. Bild: Claudio Steffes-Tun

Für Professor Dieter Sturma sind Technik und Natur keine Gegensätze. Seiner These liegt eine Analyse zugrunde, zu deren Beginn er sich die Frage stellte: Wie ist die Technik in die Welt gekommen? Für die These des Archäologen André Leroi-Gourhan, für den die menschliche Schöpfungskraft mit einer gezielten Bewegung begann, findet er in verschiedenen Fachdisziplinen Belege – von den Naturwissenschaften bis hin zur Kunst. Was aus der Natur hervorging, kann kein Gegensatz zu ihr darstellen, schlussfolgert er.

Sturma ist Senior Professor an der Universität Bonn. Von 2007 bis März 2022 hatte er eine Professur für Philosophie unter besonderer
                                                                                Berücksichtigung der Ethik in den Biowissenschaften an der Universität
                                                                                Bonn inne und war Direktor des Instituts für Wissenschaft und Ethik IWE
                                                                                sowie des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften
                                                                                DRZE. // von Chefredaktion

 

Dr. Thorsten Kraska
Forscher für smarte Landwirtschaft

Forscher für smarte Landwirtschaft Thorsten Kraska. Bild: Carmen Liebich

Dr. Thorsten Kraska trifft mit seiner Expertise und seinem Vortragsstil den Nerv der Studierenden.  Seine Kernbotschaft: Auf die guten Ideen komme es an, nicht nur auf das technisch Machbare. Landwirtschaft sei smart, wenn sie Technik sinnvoll nutze und Ressourcen schütze. Zu Letzterem tragen Robotik, Sensoren und Digitalisierung, aber auch Ideen wie die Herstellung von Papier aus Tomatenstängeln bei.

Dr. Thorsten Kraska ist Senior Scientist und Dozent am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcen INRES der Uni Bonn für den Bereich Nachwachsende Rohstoffe und Dozent für den Bereich der Gartenbauwissenschaften. Zudem ist er Mitglied der Geschäftsführung am Forschungscampus Klein-Altendorf. // von Chefredaktion

 

Prof.´in Dr. Barbara Lenz
Verkehrsforscherin

Verkehrsforscherin Barbara Lenz. Bild: Louisa Trinks

Ein Hörsaal voller Studierenden – da ist Professorin Barbara Lenz in ihrem Element. Sie appelliert: „Wenn wir unser Verhalten nicht ändern, werden wir die Verkehrswende nicht schaffen.“ Das bedeutet ihrer Meinung nach in erster Linie, PKW als dominierendes Verkehrsmittel abzulösen. Für ihren Vortrag ist sie aus Berlin angereist – natürlich mit der Bahn.

Barbara Lenz hat in Wirtschaftsgeographie promoviert und zu Globalisierung und Wertschöpfungsketten habilitiert. Von 2007 bis 2021 war sie Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch heute übernimmt sie dort noch Beratungsaufgaben. Außerdem lehrt und forscht sie an der
                                                                                Humboldt-Universität zu Berlin. // von Jennifer Flury

 

Prof.´in Dipl.-Ing. Dita Leyh
Smarte Stadtplanerin

Smarte Stadtplanerin Dita Leyh. Bild: Lucille Klarenaar

Smart sein bedeutet für Professorin Dita Leyh nicht nur in die Zukunft zu schauen, sondern auch aus der Vergangenheit zu lernen. „Wir sollten auch schauen, was wir schon haben, was funktioniert und warum“. Smart Cities sollten nachhaltig, lernfähig und inklusiv sein, Planungen nicht von oben herab erfolgen, sondern partizipativ und individuell sein.

Dita Leyh ist Architektin und Stadtplanerin. Im Jahr 2012 wurde sie in die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung berufen und ist seit 2013 zertifizierter Auditorin für nachhaltige Stadtquartiere der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DG. Ihre Arbeits-Schwerpunkte sind New Town Planungen, Stadterweiterungen und Stadterneuerungen in China und Korea. // von Maren Mandy Deppe

 

Prof.´in Gabriele Naderer
Die Konsumforscherin

Die Konsumforscherin Gabriele Naderer. Bild: Lucille Klarenaar

Die Erforschung des nachhaltigen Konsumverhaltens, bei dem die Bedürfnisse der heutigen und künftigen Generationen berücksichtigt werden, ohne die Belastungsgrenze der Erde zu gefährden, ist Gabriele Naderers Mission. Die Konsumforscherin erklärte, warum die Selbstwahrnehmung und die Äußerungen von Konsument*innen oft nicht zueinander passen: „Es geht bei Konsum immer um Konflikte.“ Diese zu verstehen sei wichtig, um Lösungsstrategien zu entwickeln.

Gabriele Naderer ist Professorin für Marktpsychologie und Käuferverhalten an der Hochschule Pforzheim und wissenschaftliche Beraterin bei der Konzeption, Umsetzung und Analyse von marktpsychologischen Forschungsprojekten für Auftraggeber aus den Bereichen der
                                                                                Konsumgüterindustrie und Dienstleistungsbranche. // von Sebastian Müller

Written by 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit Absenden des Formulars erkären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung der darin eingegebenen personenbezogenen Daten einverstanden. Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.