Prof. Dr. Jakob Rhyner

Ranga Yogeshwar // Bild: Bild: Angela Frings

Der Umgang mit Umweltrisiken ist Teil seines Lebens: Professor Jakob Rhyner setzt sich seit 2010 als Vizerektor der Universität der Vereinten Nationen UNU in Europa und als Direktor des UN-Instituts Umwelt und menschliche Sicherheit EHS intensiv mit ihnen auseinander. Sein Ziel ist es, die Sicherheit der Menschen in aller Welt zu erhöhen. 2013 startete ein internationaler Master-Studiengang von UNU und der Uni Bonn mit ebendieser Mission – ein großer Erfolg für Rhyner. Umweltrisiken begleiteten den geborenen Schweizer schon seit frühester Kindheit: Der hochgewachsene, schlanke Physiker mit dem sympathischen Dialekt erzählt, dass er das unheimliche Grollen von Lawinen nie vergessen habe. Nach seiner Promotion an der ETH in Zürich arbeitete er zunächst in der Forschungsabteilung eines Energie- und Automatisierungskonzerns. Anschließend forschte er am Schweizerischen Lawineninstitut in Davos. Zu seinen Aufgaben zählte die Entwicklung eines Lawinen-Frühwarnsystems. Das Institut würdigt auf seiner Homepage die Leistungen von Rhyner für den Bevölkerungsschutz. // Katharina Seuser

 

Professor Uwe Wiemken

Professor Uwe Wiemken // // Bild: Daniel Beckmann und Ruben Weitersagen

Professor Uwe Wiemken ist ehemaliger Leiter des Fraunhofer INT. Seit 2009 unterrichtet er an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage nach unserem Leben mit der Technik von morgen. // Von Dylan Knörr

Analytisch, kritisch, technozentrisch – Uwe Wiemken ist ehemaliger Leiter des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) und seit 2009 Honorarprofessor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit technologischen Entwicklungen und Veränderungen umgeht, begleitet ihn sein gesamtes Leben. “Wir müssen lernen, uns vorausgreifender mit Technik, ihren Folgen und den ethischen Fragen auseinanderzusetzen”, ist seine Kernbotschaft.

Uwe Wiemken wurde 1945 in Bremen geboren. Er hat viel zu erzählen, hört auch gern zu und tief hinein in die Gesellschaft. Schon während seines Physikstudiums interessierte ihn die Verantwortung der Wissenschaftler vielmehr als das, was am Ende auf dem Gehaltsscheck stand: “Vielleicht zum Leidwesen meiner Kinder, aber so war es eben”, sagt er. Drei Kinder haben Uwe Wiemken und seine Frau Christa, mit der er in Euskirchen lebt.

“Jeder muss sich mit Technik und ihren Folgen auseinandersetzen”

Nach dem Physikstudium an den Universitäten Kiel und Hamburg untersuchte Wiemken im Rahmen seiner Dissertation die Existenz von Elementarteilchen, den sogenannten Quarks. Sein Ziel war es, die Ergebnisse einer australischen Forschergruppe nachzuvollziehen, denen das Experiment angeblich geglückt war. Wiemken wies Messfehler der Australier nach und brachte den federführenden Forscher um den Ruhm eines Nobelpreises. So funktioniert die Selbstkontrolle in der Wissenschaft.

Sein gesamtes Berufsleben arbeitete Wiemken für das INT, von 2001 bis 2012 als Institutsleiter. Seit 17 Jahren ist er zudem in der Lehre aktiv; heute lehrt er an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Er sieht das Glück auf seiner Seite: “Ich habe mich in meinem ganzen Leben nicht beworben”, sagt er und schmunzelt. Was er sich noch wünsche? Dass nicht immer erst postfacto über technologische Entwicklungen geredet werde. “Wir machen Fehler, stolpern und müssen dann irgendwie den Schaden begrenzen”, sagt er. Oft werde den Politikern zum Vorwurf gemacht, dass nicht rechtzeitig nachgedacht worden sei, aber letztlich müsse sich jeder mit Technik und ihren Folgen auseinandersetzen. // Dylan Knörr

 

David Offenberg

David Offenberg // Bild: Marina Emsing, Juliane Schneider

Seine Stimme ist so leise, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte – im gut besetzten Hörsaal 4. David Offenberg trägt ein kariertes Hemd, legere Jeans, Sneakers, sieht kaum älter aus als seine Zuhörer. Der Wissenschaftler und Fraunhofer-Technologieanalyst erklärt, warum Großtechnologie nicht das Klima retten, sondern es höchstens ändern kann. Mit unvorhersehbaren Folgen. „Bequeme Lösungen gibt es nicht“ ist er überzeugt. Technikskepsis liegt dem Experimentalphysiker fern: Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersuchte er gefrorene Moleküle. Sein Fachgebiet ist die Photonik. Das umfasst alles, was mit Licht zu tun hat: Laser, Leuchtdioden und vieles mehr. Forschung zum Klimawandel und zu einem möglichen Gegensteuern interessiert ihn beruflich und privat. // Sabine Schmidt

 

Dieter Sturma

Dieter Sturma // Bild: Daniel Beckmann

Philosophie als Obsession – Professor Dieter Sturma würde sie nach eigenen Angaben auch dann betreiben, bekäme er kein Geld dafür. “Ich war in den kulturell aufregenden Siebzigern an der Universität. Philosophie studierte ich aus reinem Erkenntnisinteresse.” Heute leitet der gebürtige Westfale das Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn, ist Direktor des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften und des Instituts für Ethik in den Neurowissenschaften am Forschungszentrum Jülich. Neben klassischen Vorlesungen über Aristoteles oder Kant betreut Sturma vor allem interdisziplinäre Projekte. So definiert er gemeinsam mit Medizinern ethische Kriterien, die bei der Tiefenhirnstimulation berücksichtigt werden müssen, oder setzt sich mit Fragen zum Schutz der Biodiversität auseinander. // Carolin Bellinghausen

 

Bianca Prietl

Bianca Prietl // Bild: Ruben Weitershagen

Dunkelblond, klein und quirlig: Genderforscherin Bianca Prietl zeigt in ihrem Vortrag die fehlende Gleichberechtigung in technischen Berufen auf. Interviews von Firmenchefs zeigten, dass Frauen andere Fähigkeiten zugesprochen werden als Männern: Männer verfügten angeblich über technisches Verständnis und Frauen über soziale Kompetenz. Da sei es kein Wunder, dass Frauen sich gegen die Technik entschieden. Prietl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Sie hat in Graz Betriebswirtschaft und Soziologie studiert und arbeitet derzeit an ihrer Dissertation. Ende 2012 wurde sie dafür mit dem Stipendium des Jungforscherinnenfonds der Universität Graz ausgezeichnet. // Jochen Rumpf

 

Dr. Uta Eser

Dr. Uta Eser // Bild: Jonas Lorscheid und Luis Kümmeler Frings

Umweltethik ist ihr zentrales Anliegen; in Wissenschaft, Lehre und in ihrem persönlichen Bereich. “Ich bemühe mich, das, was ich theoretisch für richtig halte, auch praktisch zu leben.” Unmissverständlich ist ihre Botschaft, dass die Natur geschützt und Biodiversität erhalten werden muss. Da verwundert es nicht, dass sie bei der Umsetzung politischer Naturschutzziele eingebunden ist: Zum Beispiel vom Bundesamt für Naturschutz bei der Entwicklung von Argumentationslinien in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Die Biologin und Umweltethikerin arbeitet seit 2001 an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und setzt sich dort für die Wahrnehmung von Verantwortung im Spannungsfeld von Wirtschaft und Umwelt ein. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen dabei die Vielfalt menschlicher Interessen an Natur sowie deren mögliche Konflikte. // Eike Klein-Luyten

 

Dirk Lanzerath

Dirk Lanzerath // Bild: Marcel Tittko

Privatdozent Dirk Lanzerath widmet sich der Bioethik und verbindet damit seine beiden Hauptinteressen: die Philosophie und die Biologie. “Die Kombination von diesen Fachrichtungen ist beruflich sehr wertvoll”, sagt er bei seinem Vortrag in der Ringvorlesung. Als Bioethiker hält er Vorträge in der ganzen Welt, reflektiert aber auch seine Aktivitäten und gibt zu bedenken, dass seine Reisen die Umwelt belasten. Das macht sein Anliegen glaubhaft, über sich selbst und den Einfluss auf die Natur und die Biodiversität nachzudenken. Viel Zeit nimmt er sich, um alle Fragen genau zu beantworten. “Ein Vortrag ist für mich mehr als nur eine Thesenvermittlung.” Der Bioethiker lehrt er an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn und ist Geschäftsführer des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften. // Marc Matias Esteban Y Lopez

 

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