“Nachhaltige Entwicklung” oder “Technikethik” sind keineswegs Worthülsen, sondern können von großer Bedeutung sein. Das konnten die Besucher der Ringvorlesung “Technik- und Umweltethik” im Sommersemester 2016 an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg erfahren. Von Genderforschung über Medizinethik bis hin zur Entstehungsgeschichte der offenen Gesellschaft wurde eine Vielzahl von Themen erörtert. Studierende des Technikjournalismus haben die Reihe medial aufgearbeitet und zu jedem Vortrag ein informatives Dossier erstellt.

Grußwort Ringvorlesung 2016

 

“Die Ringvorlesung Technik- und Umweltethik hat in diesem Sommersemester ein übergeordnetes Thema: Die Agenda 2030 und die von der Weltgemeinschaft im Herbst vergangenen Jahres verabschiedeten 17 Nachhaltigkeitsziele.

Mit den Nachhaltigkeitszielen formulierten die Vereinten Nationen Leitlinien für eine Zukunft, in der alle Menschen ein würdevolles Leben führen, in der Flora, Fauna, die Meere und das Land vor der menschlichen Zerstörung bewahrt werden und in der die natürlichen Ressourcen gerechter verteilt sind als heute. Die neuen Nachhaltigkeitsziele übertreffen alle bisherigen Formulierungen an Deutlichkeit und es ist vorgesehen, dass die Maßnahmen zur Zielerreichung regelmäßig geprüft werden. Dass 195 Länder trotz unterschiedlicher Bedürfnisse und Interessen Einigkeit erzielt haben, hat es in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben.

Warum finden diese Bemühungen statt, warum ringt die Weltgemeinschaft um Konsens? Die Erkenntnisse der Klimaforschung haben sicherlich dazu beigetragen. Es ist den sogenannten „Klimaleugnern“ zum Trotz mittlerweile anerkannt, dass die Erwärmung unserer Atmosphäre mit der Verbrennung von fossilem Öl und Gas zusammenhängt. Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch erstmalig Faktoren beeinflusst, die über die Lebensbedingungen aller Lebewesen dieser Welt entscheiden. Dies geschieht erschreckend ungesteuert, zum Teil auch unbewusst.

Die Agenda 2030 ist von höchster Bedeutung und das ist der Grund, weshalb wir sie in den Mittelpunkt der Ringvorlesung stellen. Anknüpfungspunkte zur Technik- und Umweltethik gibt es viele. Technik verändert nicht nur unsere Umwelt in vielfältiger Weise, sie verändert auch uns. Die Entwicklung neuer Technologien bietet Chancen, aber auch Risiken; in jedem Fall hat sie Auswirkungen auf die Zukunft. Um die Zukunft geht es auch an unserer Hochschule, denn hier bereiten sich junge Menschen auf ihr Berufsleben vor.
Unsere Studentinnen und Studenten, die Maschinenbau, Elektrotechnik und Technikjournalismus studieren, werden die Zukunft mitgestalten. Sie werden verantwortungsvolle Aufgaben als Entwickler, Forscher und Kommunikationsprofis übernehmen. Ihre interdisziplinäre Sicht auf die Zusammenhänge von Technik, Gesellschaft und Umwelt wird sie befähigen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ohne die Expertinnen und Experten, die im Rahmen der Ringvorlesung zu Themen ihrer Disziplinen vortragen, wäre dieses Format nicht möglich. Wir danken ihnen, dass sie sich Zeit für uns nehmen, dass sie ihr Wissen und ihre Ansichten mit unseren Studentinnen und Studenten teilen. In ihren Themen finden sich die Nachhaltigkeitsziele wieder, sei es die Einflussnahme des Menschen auf das Klima, der Schutz der Biosphäre, Gesundheitsvorsorge oder Gendergerechtigkeit. Wir freuen uns, dass Professor Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a. D. und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, den Vortrag zum Auftakt dieser Ringvorlesung hält.”


Prof.’in Dr. Katharina Seuser, Prof.’in Dr. Susanne Keil, Prof. Dr. Dieter Franke, Prof. Dr. Uwe Wiemken

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