TREE-Forschungskonferenz
Gut oder böse? Technische Autonomie im Diskurs

 
Prof. Dr. Di Fabio (Foto: Pitch)
Prof. Dr. Di Fabio (Foto: Pitch)

 

Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio
Professor für Öffentliches Recht
an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Richter am Bundesverfassungsgericht a.D. Schirmherr der Forschungskonferenz

Seit 2003 lehrt Udo Di Fabio öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Von 1999 bis 2011 war er Richter des Bundesverfassungsgerichts im Zweiten Senat. Sein Dezer-nat umfasste insbesondere das Europarecht, das Völkerrechte sowie das Parlamentsrecht. Mit Ende sei- ner Amtszeit erhielt er das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Udo Di Fabio leitet die im Herbst 2016 von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth eingesetzte Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren.

Seine berufliche Laufbahn begann Udo Di Fabio als Kommunalverwaltungsbeamter in Dinslaken. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum sowie der Sozialwissen schaften an der Universität Duisburg arbeitet er zunächst als Richter am Sozialgericht Duisburg. An schließend promovierte er an der Universität in Bonn zum Dr. jur. und zum Dr. phil. Di Fabio lehrte als Professor für öffentliches Recht auch an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Universität Trier und der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Ranga Yogeshwar // Bild: WDR/Herby Sachs

Dipl.-Phys. Ranga Yogeshwar Wissenschaftsjournalist, Buchautor und Moderator Moderator der Podiumsdiskussion

Ranga Yogeshwar ist einer der bekannteste Wissenschaftsjournalisten in Deutschland. Er ist Autor zahlreicher Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Seit 1987 ist er beim WDR in Köln tätig und führt seit 1993 durch die Wissenschaftsshow Quarks & Co.
Nach einem Studium der Physik an der RWTH Aachen arbeitete der gebürtige Luxemburger am Schweizer Institut für Nuklearforschung (SIN), am CERN in Genf und am Forschungszentrum Jülich. Im Lauf seiner Karriere erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zu ihnen zählen renommierte Journalistenpreise wie der Helmut Schmidt Journalistenpreis und der Georg von Holtzbrinck Preis für Journalistik. 2011 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Information als Experte in der Fukushima-Berichterstattung. 2007 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutsch- land und 2009 wurde ihm die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing E.h.) der Bergischen Universität Wuppertal verliehen. 2017 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Podiumsdiskussion
Gut oder böse? Technische Autonomie im Diskurs

Vizepräsidentin Iris Groß beleuchtete auch die Seite der Lehre Foto: Ruben Schäfer

Prof. Dr. Iris Groß
Vize-Präsidentin für Lehre, Studium und Weiterbildung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Professorin für Technische Mechanik, Konstruktionselemente und CAD
Teilnehmerin der Podiumsdiskussion

Iris Groß ist Vize-Präsidentin für Lehre, Studium und Weiterbildung und Professorin für Technische Me-chanik, Konstruktionselemente und CAD an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Sie studierte Maschi- nenbau an der Universität Kaiserslautern und arbeitete anschließend dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Konstruktion im Maschinen- und Apparatebau. Sie promovierte zum Thema „Schneiden der Hornhaut am Auge mit Wasserstrahl“ im Jahre 2002. Nach der Promotion arbeitete Iris Groß zunächst als Gruppenleiterin im Forschungs- und Entwicklungszentrum des Automobilzulieferers GKN in Lohmar und anschließend als Projektleiterin bei ATM in Altenkirchen. 2008 wurde sie zur Professorin für Maschinenbau an die Rheinische Fachhochschule Köln berufen. 2009 folgte sie dem Ruf an die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. 2015 wurde sie zur Vize-Präsidentin für Lehre, Studium und Weiterbil- dung ernannt. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Versuchsmethodik, Analyse von mechanischen Systemen, Schwingung, Schall- und Wärmeprobleme und die Modalanalyse.

Walter Zulauf von EUnited Robotics konnte viel Praxiswissen mit in die Runde bringen Foto: Ruben Schäfer

Dipl. Ing. Walter Zulauf
Vorsitzender EUnited Robotics
Direktor Technologie der Güdel Group AG Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Walter Zulauf ist seit 2015 Leiter der Technologie Abteilung der GÜDEL Group AG. Das Schweizer Familienunternehmen ist international tätig und fertigt verschiedene Komponenten für den Maschinen- und Anlagenbau. Seit Dezember 2016 ist er Vorsitzender von EUnited Robotics, einem Dachverband der Robotik-Unternehmen in Europa. Nach erfolgreichem Maschinenbaustudium arbeitete er von 1981 bis 1990 für zwei schweizerische Unternehmen, ehe er 1990 zu GÜDEL Group AG wechselte. Dort war er zunächst als Leiter der Ingenieursabteilung tätig, ehe er 2007 zum Technischen Direktor des Unternehmens aufstieg. Dieses Amt übte er bis zu seiner Ernennung zum Leiter der Technologischen Abteilung insgesamt acht Jahre aus.

Panel 1: Technische Autonomie

Selbstbewusst erörtert Nicola Tomatis seine Argumente.

Dr. Nicola Tomatis
CEO BlueBotics SA
Vortragstitel:
Robotik und Hype: Müssen wir wirklich Angst haben?

Dr. Nicola Tomatis ist seit 2003 Geschäftsführer des schweizerischen Unternehmens BlueBotics SA und seit 2015 Mitglied im Verwaltungsrat. BlueBotics SA ist ein Spin-off-Unternehmen des Autonomous Systems Lab am Schweizer Institut für Technologie EPFL. Das Unternehmen ist in den Segmenten in- dustrielle Automatisierung und Service-Robotik tätig. Dr. Tomatis studierte Informatik an der Eidgenös- sischen Technischen Hochschule Zürich. 2001 promovierte er in Robotik am Schweizer Institut für Technologie EPFL in Lausanne. Anschließend setzte er seine Forschungsaktivitäten am Autonomous Systems Lab am EPFL fort und stieg als R&D Manager bei BlueBotics ein. Der multilinguale Wissenschaftler erhielt 2008 den IEEE Early Career Award in Robotik und Automation und wurde in den Jah- ren 2010 und 2012 als einer der 300 einflussreichsten Schweizer gelistet. Er ist Verwaltungsratmitglied bei euRobotis AISBL, einer internationalen Non-Profit-Gesellschaft zur Förderung der Robotikindustrie.

Gestenreich übermittelte Prof. Lauster seine Informationen und Erkenntnisse: „Wir müssen uns technisch weiter entwickeln, damit auch kommenden Generationen eine sichere Zukunft haben.“
Gestenreich übermittelte Prof. Lauster seine Informationen und Erkenntnisse: „Wir müssen uns technisch weiter entwickeln, damit auch kommenden Generationen eine sichere Zukunft haben.“

Univ.-Prof. Dr.-Ing Dr.rer.pol.habil. Michael Lauster Professur für Technologieanalysen und -vorausschau
an der RWTH Aachen
Leiter des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich- Technische Trendanalysen INT

Vortragstitel:
Autonomie – technisch machbar und ethisch vertretbar?

Professor Michael Lauster ist seit 2012 Leiter des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) in Euskirchen. Er ist zudem Inhaber des Lehrstuhls für Technologieanalysen und -vorausschau auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung an der Rheinisch-Westfälischen Techni- schen Hochschule RWTH in Aachen. Seine Forschungsgebiete sind die Methodik und Philosophie der Zukunftsforschung sowie ausgewählte Themen der Sicherheitsforschung. Vor seiner aktuellen Tätigkeit als Leiter des INT und als Lehrstuhlinhaber an der RWTH Aachen war Michael Lauster Offizier der Luft- wache. In dieser Funktion hat er sich mehr als 20 Jahre mit der Entwicklung, Beschaffung und dem Be- trieb moderner Luftfahrsysteme sowie dem Forschungsmanagement im Bereich Ressortforschung des Bundesministeriums der Verteidigung BMVg beschäftigt. Prof. Lauster ist Forschungsvorstand der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik und Sprecher der Fraunhofer-Allianz Weltraum.

Panel 2: Technik und Natur

Professor Wägele ruft die Studierenden zum Handeln auf.
Professor Wägele ruft die Studierenden zum Handeln auf.

Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele
Professor für Spezielle Zoologie an der Universität Bonn Direktor Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig
Teilnehmer der Podiumsdiskussion
Vortragstitel:
Standardisierte Langzeit-Naturbeobachtung braucht Technik

Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele leitet das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig und hat seit 2004 den Lehrstuhl für Spezielle Zoologie an der Universität Bonn inne. Auf seinen Forschungsreisen besuchte Prof. Wägele unter anderem die Antarktis, Südamerika, Australien und Afrika. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Methoden zur schnellen Identifikation von Arten. Prof. Wägele stu- dierte Biologie und Chemie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. 1980 promovierte er im Fach Zoologie. Acht Jahre später folgte die Habilitation. Vor seinem Ruf an die Universität Bonn lehrte und forschte er an der Universität Bielefeld und an der Ruhr-Universität Bochum. Prof. Wägele ist Mitglied im Fachkollegiat der DFG und diverser Beiräte, Präsident der Gesellschaft für Biologische Systematik und Vizepräsident der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Zoological Journal of the Linnean Society“ (London) und Herausgeber der Serie „Synopses of the Antarctic Benthos“.

Dieter Sturma: Philosoph, Naturfreund und Technikliebhaber. // Bild: Daniel Beckmann

Prof. Dr. Dieter Sturma
Professor für Philosophie an der Universität Bonn
Direktor des Instituts für Wissenschaft und Ethik (IWE) Direktor des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)
Direktor des Instituts für Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8) am Forschungszentrum Jülich
Vortragstitel: Die Technik der zweiten Natur

Dieter Sturma studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Hannover und Göttingen und arbeitete nach seiner Promotion und Habilitation als Hochschulassistent, Akademischer Rat und Privatdozent an der Universität Lüneburg sowie als Gastdozent an verschiedenen Universitäten in Deutschland und den USA. 1998 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Essen berufen. 2007 folgte er einem Ruf der Universität Bonn und hat seitdem dort einen Lehrstuhl für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik in den Biowissenschaften inne. Dieter Sturma ist gleich- zeitig Direktor des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) und des Instituts für Wissenschaft und Ethik (IWE) der Universität Bonn. Seit 2009 leitet er darüber hinaus das von ihm gegründete Institut für Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8) am Forschungszentrum Jülich.

Panel 3: Technik und Daten

Foto: Jennifer Kosch

Junior-Prof. Dr. Matthias Hagen
Junior-Professor für Big Data Analytics
an der Bauhaus-Universität Weimar
Vortragstitel:
Herausforderung Big Data: Gute Fragen stellen … und beantworten!

Matthias Hagen ist Juniorprofessor und Leiter der Nachwuchsforschergruppe „Big Data Analytics” an der Bauhaus-Universität Weimar. Die Gruppe forscht im Bereich der Algorithmen- und Methodenentwicklung für Retrieval, Mining und Visualisierung im Zusammenhang mit Big Data. Matthias Hagen hat an der Friedrich-Schiller-Universität Jena in theoretischer Informatik promoviert und war Leiter der Nachwuchsforschergruppe „Intelligentes Lernen” an der Bauhaus-Universität Weimar. Seine aktuellen Forschungsinteressen beinhalten Information Retrieval und Websuche, Web Mining, Crowdsourcing, Argumentation Mining und die Simulation menschlichen Verhaltens.

Foto: Ruben Schäfer

Prof. Dr. Dirk Helbing
Professor für Computational Social Science
an der ETH Zürich
Teilnehmer der Podiumsdiskussion
Vortragstitel:
Die digitale Matrix: Warum Fake News plötzlich so viel Einfluss haben

Dirk Helbing ist Professor für Soziologie, insbesondere Modellierung und Simulation, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Er ist zudem assoziierter Professor an der Fakultät für Technik, Politik und Management an der Technischen Universität Delft. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Entwicklung und Integration neuartiger und robuster Informations- und Kommunikationstechnologien, mit denen komplexe soziale und technische Zusammenhänge gesteuert werden kön- nen.

Dirk Helbing begann seine akademische Karriere als Physiker. Mit seiner Diplomarbeit initiierte er den Bereich der Fußgängermodellierung und -simulation. Im Rahmen seiner Doktorarbeit und Habilitation in der Physik an der Universität Stuttgart arbeitete er an der Etablierung der Sozio-, Econo- und Verkehrspolitik. Er war auch Mitbegründer der Sektion Physik sozio-ökonomischer Systeme der Deutschen Physikalischen Gesellschaft DPG. An der Technischen Universität Dresden war er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Wirtschaft und Verkehr. Dort arbeitete er unter Anderem an Verkehrsassistenzsystemen, den Vorstufen selbstfahrender Fahrzeuge. Dirk Helbing ist Mitglied zahlreicher namhafter Gremien, Gründer wissenschaftlicher Zentren und hat einen Ehrendoktortitel der Technischen Universität Delft inne.

Panel 4: Technik und Diversity

Foto: Alina Mack

Prof Dr.-Ing. Kira Kastell
Professorin für Übertragungstechnik
an der Frankfurter University of Applied Sciences Vortragsthema:
Die Praxis aus Sicht der Ingenieurinnen:Fallbeispiele zum Nachdenken

Kira Kastell hat eine Professur für Übertragungstechnik an der Frankfurt University of Applied Sciences inne. Seit 2013 ist sie Vizepräsidentin für Studium und Lehre und seit 2015 Bundesvorsitzende des VDI-Netzwerks Frauen im Ingenieurberuf. Anfang des Jahres übernahm sie außerdem den Vorsitz des VDI-Bezirksvereins Frankfurt-Darmstadt und wurde Mitglied im Rundfunkrat des hessischen Rundfunks als Vertreterin der Hochschulen des Landes. Seit Ende März sie zudem stellvertretende Vorsitzende des Telemedienausschusses.

Die studierte Elektroingenieurin absolvierte nach einer Tätigkeit als Projektingenieurin bei der Mannesmann Arcor AG & Co. KG an der FernUniversität in Hagen ein weiteres Studium der Elektrotechnik und ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Anschließend forschte und promovierte sie am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität Darmstadt. 2007 wurde sie als Profes- sorin für Mobilkommunikation an die Beuth Hochschule für Technik Berlin berufen. 2009 kehrte sie an die FRAUAS zurück.

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