CO2-Entzug – Climate Engineering – Negativemissionen

Wie können wir der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen, um die Erwärmung der Atmosphäre zu begrenzen? Welche Technologien sollen eingesetzt werden und welche Weichen müssen jetzt dafür gestellt werden?
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen von der Geophysik und Geoökologie über die Klima- und Ingenieurwissenschaften bis hin zur Soziologie, Umweltpsychologie und Politologie teilen ihr Wissen in der Ringvorlesung Technik- und Umweltethik und diskutieren mit Studierenden aus Technikjournalismus und Ingenieurwissenschaften. Mit der Dokumentation der Vorträge laden wir zum Kommentieren ein.

» Programm / Plakat der Vorträge Ringvorlesung 2018

Grußwort von Schirmherrin Prof. Dr.-Ing. Iris Groß

„33 Milliarden Tonnen. Auf diesen Wert schätzt die Internationale Energieagentur die weltweiten CO2-Emissionen in 2017. Das ist Rekord. Dabei müsste der CO2-Ausstoß dringend drastisch reduziert werden, möchte man den Treibhauseffekt nicht weiter verstärken und die Erderwärmung noch annähernd auf zwei Grad begrenzen. Kann dieses Ziel mit Maßnahmen wie Energieeinsparung und Umstellung auf erneuerbare Energien überhaupt noch erreicht werden? Fachleute bezweifeln dies stark. Brauchen wir  statt dessen oder zusätzlich Technologien, die der Atmosphäre CO2 entziehen  – wie es bisher Urwälder und Meere auf biologischem Weg ohne Zutun des Menschen machen. Sollen wir die Meere düngen, damit sie mehr CO2 aufnehmen? Oder CO2 in Felskavernen pressen, so dass sich spätere Generationen eine Lösung einfallen lassen können oder vielmehr müssen? Kann noch mehr Technik ein Weg zum Gleichgewicht sein? Haben wir überhaupt Alternativen?

Die diesjährige Ringvorlesung Technik- und Umweltethik stellt den CO2-Entzug, Climate Engineering und Negativemissionen in den Mittelpunkt. Sie greift damit auch den Aufruf der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech vom November 2017 auf, in dem Wissenschaftseinrichtungen, Stiftungen und Umweltorganisation eine neue Debatte über Technologien zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 aus Industrieprozessen fordern. Es ist dabei eine besondere Ehre für unsere Hochschule, dass Professor Hans-Joachim Kümpel, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR und Leiter des acatech-Projekts zu technischen Wegen der Dekarbonisierung die Ringvorlesung am 19. April eröffnet. Wir starten damit in eine spannende Vortrags- und Diskussionsreihe mit namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, die Technologien rund um den CO2-Entzug, die Umstellung auf Erneuerbare Energien, die Klimawissenschaft, die Verantwortung von Ingenieurinnen und Ingenieuren und die Rolle jedes Einzelnen beim Klimaschutz diskutieren werden.

Ein solcher Diskurs über Zukunftstechnologien und ihre Folgen ist wichtig für einen Fachbereich, in welchem junge Leute als Entwickler und Expertinnen von Zukunftstechnologien, als Führungspersönlichkeiten und Technik-Kommunikatoren ausgebildet werden. Deshalb ist die Ringvorlesung Technik- und Umweltethik auch fest in den Curricula der Studiengänge „Nachhaltige Ingenieurwissenschaften“ und „Technikjournalismus“ verankert.

Die Studierenden gestalten diese Ringvorlesung mit und dokumentieren sie unter www.technik-umwelt-ethik.de. So kann der Diskurs, der im Hörsaal beginnt, online weitergeführt werden. Allen Studierenden und Gästen der Ringvorlesung wünsche ich eine erfolgreiche Veranstaltung, die zum  Nachdenken und Handeln anregt. Ein sehr herzliches Dankeschön an alle Gastvortragenden und die Organisatorin für ihr Engagement!“

Professorin Dr.-Ing. Iris Groß
Vize-Präsidentin für Lehre, Studium und Weiterbildung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

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